Das Expertenteam der myBioma Mikrobiomanalyse klärt dich auf!
Wir trinken nicht nur mit Leidenschaft Kombucha, sondern interessieren uns auch für Themen rund um Darm, Ernährung und Mikrobiom. Daher lag es nahe, sich mit den Experten/innen von myBioma auszutauschen und ihre Mikrobiomanalyse zu testen. Vor allem wollten wir verstehen, welche Informationen eine solche Analyse liefert und wie die Ergebnisse eingeordnet werden können. Mehr dazu nach dem Interview!
Wer steckt hinter myBioma und wie seid ihr darauf gekommen eine Mikrobiom-Analyse zu entwickeln?
myBioma wurde 2018 von Dr. Barbara Sladek und Dr. med. univ. Nikolaus Gasche gegründet. Unser Gründungsteam hat einen einschlägigen Hintergrund in Molekularbiologie und Medizin. Barbara Sladek ist Doktor der Biochemie (Oxford, UK) und diplomierte Molekularbiologin (Universität Wien). Nikolaus Gasche ist Mediziner und Serial Entrepreneur.
Die ersten Gespräche über die Bedeutung des Darm-Mikrobioms führten Barbara und Nikolaus weit entfernt von Wien – in Ghana. Barbara war als Reisende dort, Nikolaus als Famulant. Drei Jahre und viele Gespräche später setzten sie ihren Plan um und gründeten das Biotech-Start-up myBioma mit dem Fokus auf „Next-DNA-Generation Sequencing, einem wissenschaftlichen und IT-lastigen Verfahren.
Das Ziel ist es die Wichtigkeit des Darm-Mikrobioms in den Vordergrund zu stellen und eine Analyse der Darmgesundheit als Routinemaßnahme zu etablieren.

Was versteht man unter dem Begriff Mikrobiom?
Das Mikrobiom ist die Ansammlung der Billionen Mikroorganismen, die in und auf unserem Körper leben. Es besteht vor allem aus Bakterien, enthält aber auch Pilze, Viren und Urbakterien. Ingesamt leben über 30 Billionen Bakterien aus über 1000 Bakterienarten in uns – das sind mehr Bakterien als wir körpereigene Zellen haben.
Das Darmmikrobiom steht mit zahlreichen Prozessen im menschlichen Körper in Verbindung und ist Gegenstand intensiver Forschung. Untersucht werden unter anderem Zusammenhänge mit Verdauung, Stoffwechsel und der sogenannten Darm-Hirn-Achse. Solche Zusammenhänge bedeuten jedoch nicht, dass einzelne Beschwerden oder Erkrankungen pauschal auf das Mikrobiom zurückgeführt werden können.

Das myBioma Gründerteam, Dr. med. univ. Nikolaus Gasche und Dr. Barbara Sladek
Was unterscheidet myBioma von einer herkömmlichen Stuhlprobe beim Arzt?
Was oft gefragt wird ist, weshalb die Analyse beim Hausarzt günstiger ist und deutlich schneller geht. Das stimmt natürlich, jedoch wird die Analyse beim Arzt auf Basis von Stuhlkulturen durchgeführt. Solche Kulturen sind eine der ältesten Analysemethode (seit 200 Jahren) und sind inakkurat in der quantitativen Detektion von unterschiedlichen Bakterien. Außerdem erkennt eine Analyse mittels Stuhlkultur im Durchschnitt nur 10 unterschiedliche Bakterienspezien, wohingegen die myBioma Methode (Next Generation Sequencing) über 1000 verschiedene Bakterienarten erkennen kann. Aufgrund der Komplexität von Next Generation Sequencing ist die Analyse sehr kostenintensiv. Allerdings bekommt man so auch ein völlig anderes Ergebnis. Man erfährt, welche Bakterien in der Probe nachgewiesen wurden und wie die Ergebnisse eingeordnet werden. Das Ganze wird übersichtlich in einem individuellen Mikrobiombericht aufbereitet und um Ernährungs- und Lifestyle-Hinweise ergänzt. Wir haben außerdem eine eigene App entwickelt, in welcher das Ergebnis ebenfalls abgerufen werden kann.
Wie funktioniert die myBioma Mikrobiom-Analyse genau?
Wir haben versucht den Ablauf so einfach wie möglich zu gestalten. Das Kit kann online auf unserer Homepage: www.mybioma.com direkt nach Hause bestellt werden, was auch die Stuhlentnahme angenehme macht. Die Probe kann also auf der vertrauten Toilette entnommen und mit einem vorfrankiertem Rücksendekuvert an uns zurückgesendet werden. Eine genaue Anleitung, sowie eine Hilfe für die Stuhlentnahme befindet sich in dem Kit. Danach muss die Probe nur noch entweder auf unserer Homepage oder App aktiviert werden. Wir geben dabei immer Status-Updates, wo sich die Probe gerade befindet. Wenn die Probe bei uns angekommen ist, geben wir diese direkt weiter an unser Partnerlabor, welches sich im AKH Wien befindet. Wir arbeiten außerdem zusammen mit der medizinischen Universität Wien. Hier wird der Stuhl sequenziert, was bis zu 6 Wochen dauern kann. Im Anschluss bekommen wir einen riesigen Datensatz, den unsere Bioinformatiker übersichtlich aufbereiten, sodass man einen Gesundheitsbericht des eigenen Mikrobioms erhält. Hier könnt ihr euch auch gerne unseren Musterbericht ansehen.
Welche Tipps gebt ihr euren Testern bei einem unausgeglichen Mikrobiom?
Vorweg: Wir empfehlen weder Probiotika, Medikamente oder sonstige Wunderpillen. Mit den richtigen Nahrungsmitteln und Lebensstil, können wir die richtigen Bakterien füttern und vermehren, so dass sie wieder für uns arbeiten. Allgemein gesagt wirkt sich ein gesunder Lebensstil positiv auf unser Mikrobiom aus, wir fassen bei myBioma fünf Säulen eines gesunden Darm-Mikrobioms zusammen: Allen voran – die Ernährung. Dabei zählt nicht nur die Qualität unseres Essens, sondern vor allem wie wir essen. Hastiges Essen, kann unseren Darm stressen – wo wir gleich beim zweiten Punkt wären: Anhaltender Stress kann sich auf zahlreiche Prozesse im Körper auswirken und steht auch mit Veränderungen des Darmmikrobioms in Verbindung. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die regelmäßige Bewegung, welche unseren Darm aktiviert und das am besten an der frischen Luft. Ausreichend Schlaf tut unserem Mikrobiom ebenfalls gut. Als letztes sind noch Giftstoffe, wie Alkohol, Nikotin, Medikamente zu erwähnen, welche weitestgehend gemieden werden sollten. Im Mikrobiombericht erhält jeder passend zu seinem Ergebnis wissenschaftlich basierte Ernährungsvorschläge, die leicht in den Alltag zu integrieren sind. Omega-3-Fettsäuren sind ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. EPA und DHA erfüllen verschiedene Funktionen im Körper; welche Zusammenhänge darüber hinaus mit Darmmikrobiom und Darm-Hirn-Achse bestehen, hängt von Ernährung, Menge und individueller Situation ab. Omega-3-Fettsäuren sind enthalten in öligem Fisch, wie z.B. Forellen, Lachs und Sardinen, Avocado, Spinat, Nüsse und Samen und auch in kaltgepresstem Bio-Olivenöl.
Mit welcher Ernährungsweise kann das Mikrobiom unterstützt werden?
Eine vielfältige und abwechslungsreiche Ernährung aus überwiegend Gemüse & Obst ist die beste Wahl, um unsere guten Darmbakterien zu füttern. Die richtige Ernährung legt die Basis für ein gesundes Mikrobiom. Wichtig ist außerdem ausreichend Präbiotika und Probiotika aus natürlichen Quellen zu integrieren.
Als Präbiotika werden nicht verdaubare Lebensmittelbestandteile bezeichnet, die hilfreich sind, indem sie gezielt das Wachstum der guten Darmbaktieren anregen. Präbiotische Nahrungsmittel sind z.B. Zwiebel, Knoblauch, Topinambur, Lauch, Spargel, Bohnen, Bananen, Chicorée, Artischocken, Löwenzahn, Äpfel, Leinsamen oder Kohlgemüse.
Probiotika sind definierte lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge aufgenommen werden müssen, um entsprechend eingeordnet zu werden. Welche Eigenschaften sie haben, hängt vom konkret untersuchten Stamm und der Menge ab.
Wie denkt ihr über fermentierte Lebensmittel wie Kombucha – und welche Rolle spielen sie im Zusammenhang mit Ernährung und Darmmikrobiom?
Fermentierte Lebensmittel wie Kombucha können je nach Herstellung unterschiedliche Mikroorganismen enthalten. Welche Mikroorganismen tatsächlich vorhanden sind und welche Bedeutung sie haben, hängt vom konkreten Lebensmittel, den enthaltenen Stämmen und der jeweiligen Studienlage ab. Forschung beschäftigt sich unter anderem mit möglichen Zusammenhängen zwischen Darmmikrobiom, Stoffwechsel und Darm-Hirn-Achse. Daraus lässt sich jedoch keine pauschale Wirkung eines fermentierten Lebensmittels auf Stress, Emotionen oder Insulinhaushalt ableiten.
Würdet ihr bei psychischen Problemen auch eine Mikrobiom-Analyse empfehlen, um ein eventuelles Ungleichgewicht im Darm auszuschließen?
Darm und Gehirn stehen über verschiedene neuronale, hormonelle und immunologische Signalwege miteinander in Verbindung. Diese sogenannte Darm-Hirn-Achse ist Gegenstand intensiver Forschung. Welche Bedeutung Veränderungen des Mikrobioms für psychische Erkrankungen haben, ist komplex und lässt sich nicht aus einer Mikrobiomanalyse allein ableiten. Bei psychischen Beschwerden sollte deshalb eine medizinische oder psychotherapeutische Fachperson hinzugezogen werden.
Wir haben uns diesem Thema ebenfalls in unserem Bericht gewidmet, sodass man mit myBioma auch mehr über die eigene Darm-Hirn-Achse erfahren kann.
Meine Erfahrungen mit der myBioma Mikrobiomanalyse!
Ich hatte tatsächlich das Vergnügen die myBioma Mikrobiom-Analyse selber zu testen. Der Test in Kombination mit der sehr gut strukturierten App war wirklich interessant. Denn schon im Vorhinein werden interessante Fragen zu verschiedenen Essgewohnheiten und Beschwerden etc. gestellt.
Nachdem ich die Probe verschickt hatte, habe ich gespannt auf mein Ergebnis gewartet und wurde regelmäßig über den neuesten Status der Probe informiert.
Mein persönlicher Mikrobiombericht fiel dann auch noch überdurchschnittlich gut ab. Die mikrobielle Zusammensetzung, Ernährung und Nahrungsverwertung und Gesundheit waren hervorragend. Außerdem wird die Zusammensetzung der Bakterien genauestens aufgeführt. Auch mein Artenreichtum und probiotische Bakterien vielen überdurchschnittlich gut aus.
Mein persönlicher Mikrobiombericht fiel insgesamt sehr positiv aus. Welche Faktoren zu diesem Ergebnis beigetragen haben, lässt sich aus einer einzelnen Analyse allerdings nicht bestimmen und insbesondere nicht einem einzelnen Lebensmittel wie Kombucha zuordnen. Die App liefert zusätzlich Informationen und Ernährungshinweise zur Einordnung der Ergebnisse.










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